Portraitfotos für Firmenwebsites und Social Media

Wie ich Portrait-Fotos für Firmenwebsites und Flyer fotografiere:

Portraits geben Ihrem Unternehmen ein Gesicht. Damit Portraitaufnahmen in Ihrem Betrieb gelingen, beschreibe ich meine  Vorgehensweise hier und hoffe, mit den Tipps zu besseren Ergebnissen bei Ihrer Portraitfotografie zu verhelfen.

Organisieren

Am besten wird der Termin für den Photo-Shoot bis mindestens zwei Wochen im Voraus vereinbart.
Zwei oder mehrere aufeinanderfolgende Foto-Tage entspannen die Lage, wenn die Haare schlecht sitzen oder plötzlich Kaffeeflecken das Hemd verzieren.
Die Mitarbeiter bekommen per Mail eine Einladung, an einer Doodle-Umfrage  mit Terminen teilzunehmen.  In dieser Mail wird auch schon der Dresscode festgelegt. Unbedingt zu vermeiden sind kleinkarierte Hemden und feine Stoffmuster, da sie je nach Kamerasensor zur Moiréebildung im Bild führen können.

Die Doodle-Umfrage hilft am Aufnahmetag die Lage zu entspannen, weil klar ist, wer an der Reihe ist.

Aufbau

Am Tag vor dem Photo-Shoot wird das mobile Studio aufgebaut.
Platz ist auch in der Büroecke, natürlich eignet sich ein Sitzungszimmer besser als die Besenkammer. Das Wichtigste ist eine ausreichende Raumhöhe und Länge des Raumes, um genug Abstand des Portraitierten von der Linse zu schaffen.

Ungefähr 2,5 Meter Abstand vom Portraitierten sollten es schon sein.
Platzbedarf ungefähr 4mx2m bei ca 2,5 m Raumhöhe.
Je mehr Platz nach oben, desto besser.

Kamera

An die Kamera stelle ich  keine besonderen Anforderungen, ausser genügend Auflösung, am besten Vollformat und ein möglichst gutes Objektiv. Es sollte einfach eine zeitgemässe digitale Spiegelrefexkamera sein. Als Objektivbrennweite bei Crop-Sensor (Nikon DX oder Canon EF-S) wähle ich eine 50mm Brennweite, bei Vollformat (Nikon FX oder Canon EF) eine 85mm Brennweite. Kürzere Brennweiten wirken bei Portraits verzerrend, daher lasse ich die Finger davon. Bewährt hat sich auch ein Zoom, wie das Canon f2/24-105 L oder das Nikon f2.8-4/16-80, wenn ich im Raum wenig Platz habe und den Bildausschnitt etwas grösser wählen muss.

Blitzlicht

Die Studioblitze löst man am besten mit einem Aufsteck-Funkauslöser auf dem Blitz-Zubehörschuh der Kamera aus. Es geht auch per Kabel, wenn die Kamera eine Blitz-Synchronbuchse hat. (Das gibt es nur bei den teureren Kameras).
Das Wichtigste sind Licht und Lichtformer. Ich fotografiere mit einer Studioblitzanlage und Aufhellern. Das gibt mir die Möglichkeit, das Licht fein abzustimmen und mit weichem Licht aus einer Octabox oder Softbox die Gesichtszüge zu modellieren. Ich verwende Elinchrom®. Man kann auch  Systemblitze der Kamerahersteller verwenden und mit Halterungen Lichtformer daran anbringen. Zum Beispiel nutze ich gern Lastolite EZYBox ® gelegentlich Photoflex LiteDome®.

Für die Reflexe in den Augen sorgen die Soft- oder Octabox und die Aufheller.

In diesem Beispiel der Lastolite Triflector MKII Frame + Silver/White Panels.

Dieser leuchtet auch die Schatten in der unteren Gesichtshälfte und am Hals weg.

Wenn das Licht gemessen und eingerichtet ist, kann das shooten beginnen.

„Tethered Shoot“

Um die Fotos direkt nach den Aufnahmen auswählen zu können, ist „Tethered Shooting“ praktisch. Dazu verbindet man die Kamera mit einem Computer, auf dem zum Beispiel Adobe Lightroom® installiert ist. Diese Software kann einen Ordner überwachen und die Bilde automatisch importieren.

Die Fotos landen so gleich auf der Festplatte des Computers und können sofort auf dem Monitor gesichtet und ausgewählt werden.

Hilfreiche Dinge

Vor dem Start packe ich einige hilfreiche Dinge ein:

  • Transparenter Puder für Filmaufnahmen z.B. von Kryolan
  • Kosmetikspiegel
  • Papiertaschentücher, Kleenex,
  • Sicherheitsnadeln (zum fixieren von Kleidungsstücken)
  • Haarspray (zum Zähmen wilder Locken)

Nach der Nachbearbeitung mit leichten Anpassungen mit dem Korrekturpinsel in Adobe Lightroom® ist die Fotografie fertig.

Mein Licht-Setup in diesem Beispiel:

Einstellungen und Abstände:

Das Elinchrom D-Lite RX2 Hauptlicht ist auf Stufe 4.6 bis 4.3 mit Octabox.

Abstand Hauptlicht von der Person ca 1 m. Auf Stativ ca 2m steil von oben.

Das Elinchrom D-Lite RX2 Hintergrundlicht leuchtet direkt von unten auf den Hintergrundkarton(weiss) mit Stufe 3.3 bis 3.0

Abstand Hintergrundlicht zu Hintergrund ca 20cm.

Die Person sitzt wegen der kleinen Raumhöhe auf einem kleinen Hocker oder Drehstuhl ohne Lehne.

Kameraeinstellung: ISO 50 1/200s f 9 und Nikon Flat Picture Style

Bildgrösse: Grosse JPGs

Nachbearbeitung in Adobe Lightroom® mit Aufhellung des Gesichtes (wo nötig) und Korrekturpinsel für den gleichmässigen Teint (digitales Puder) und den  weissen Hintergrund.
Bei fotografr.de gibt es eine ausführliche Beschreibung und weiterführende Tipps für die Hautretusche in Lightroom.

Alle Mitarbeiterfotos aus einem Mitarbeiter Foto-Shoot sind hier auf der Website des Institutes für Medizinische Lehre.

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One Comment

  1. Danke für das interessante Setting.
    Für meine Shootings verwende ich meistens eine Softbox auf 2.5 – 3 m Höhe und auf der gegenüberliegenden Seite nur einen Reflektor um die Schatten aufzuhellen. Zusätzlich positioniere ich hinter der Person ein schwaches Haarlicht, das gibt der Person noch leichte Konturen.

    Unter „Hilfreiche Dinge“ habe ich immer einige Flaschen Mineralwasser und Traubenzucker dabei.

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